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Antonia Koch berichtet vom dritten Bundesligarennen in Grimma

Fünfter Platz in Grimma - es läuft!

Toni gibt Alles

Schon am Freitag, den 29.06., machten wir uns auf den Weg nach Grimma. Dort sollte nicht nur unser drittes Bundesliga Rennen ausgetragen werden, sondern auch noch die Deutschen Meisterschaften der Jugend, an denen Franka, Fabian und die Twins teilnahmen. Das wollten wir natürlich alle miterleben und angesichts der langen Fahrt und der anspruchsvollen Radstrecke, war es doch entspannter, einen ganzen Tag „frei“ zu haben. Am Freitag kamen wir dann also dank Stau und kleiner Eis-Ess-Pause (nach 10km Fahrt) etwas später als geplant in unserer Ferienwohnung an. Wir (Nidia, Beeke, Lena, Lici und ich) schliefen alle zusammen in einem Bettenlager unterm Dach, was vielleicht im Nachhinein betrachtet, etwas doll war im Vorfeld eines Wettkampfes.

Nichts desto Trotz überstanden wir die Nacht gut und konnten Samstag mit einem ausgiebigen Frühstück unserer „sächsischen Hausmuddi“ (Zitat Nidia) entspannt in den Tag starten. Zunächst besichtigten wir die Radstrecke und stellten fest, dass diese wirklich so technisch und selektiv wie angekündigt war. Es waren vier Runden zu fahren, in denen man jeweils drei Anstiege und viele Kurven, sowie einen Wendepunkt direkt nach dem ersten Berg zu bewältigen hatte. Danach wollten wir uns natürlich die Rennen der Kids ansehen. Ich selbst war mehr aufgeregt wegen der DM als vor meinem eigenen Rennen und versuchte (vergeblich) Franka per WhatsApp zu beruhigen. Die drehte nämlich etwas, nein eher völlig, am Rad und konnte ihren Start kaum erwarten. Gegen 15 Uhr trafen wir dann Franka und Fabian, die mitsamt Eltern, Großeltern und Geschwistern angereist waren. Als erster startete dann Fabian, der auch ziemlich nervös, aber auch schon sehr fokussiert war. Er durfte sich, da er in der Cup-Wertung auf Platz eins ist, seinen Startplatz aussuchen. Beim Anblick dieser ganzen Aufruhr wuchs bei uns die Aufregung und die Vorfreude auf Sonntag. Fabian wechselte nach dem Schwimmen in die zweite Radgruppe und stieg auch von dieser vom Rad. Die Laufstrecke konnte man kreuzen, so dass wir ihn insgesamt vier Mal sehen und anschreien konnten. Jonathan war schon zu diesem Zeitpunkt heiser. Fabian spielte seine gesamte Laufstärke und aus lief zu seinem zweiten Deutschen Meistertitel! Franka und die Twins bekamen von diesem Triumph noch gar nichts mit, denn sie waren an der ersten Wechselzone mit ihrer eigenen Aufregung beschäftigt.

Die drei starteten alle über die Sprintdistanz. Alle drei kamen im hinteren Mittelfeld aus dem Wasser und verstreut in verschiedene Radgruppen. Lea war zunächst etwas weiter vorne platziert als Franka. Diese zündete dann aber den Turbo, schaltete jeden Verstand aus und fuhr im Alleingang bis in die zweite Radgruppe vor. Frederike musste das Rennen leider schon beim Radfahren aufgrund einer allergischen Reaktion beenden. Beim Laufen konnte Franka aka Speedy ihre Laufstärke ausspielen und machte auch hier Plätze gut, um am Ende auf dem starken elften Platz zu landen! Lea lief ebenfalls wie gewohnt schnell, konnte uns aber auch noch bei jeder Anfeuerung zulächeln.

Abends besprachen wir noch mit Coach Johnny die Strecke und Taktik. Mit einem Schlachtplan im Hinterkopf versuchten wir, einigermaßen beruhigt ins Bett zu gehen. Das klappte mit fünf Leuten in einem Raum nur bedingt und es wurde für die meisten von uns, eine eher unruhige Nacht.

Sonntagmorgen bekamen wir die Info, dass es Schwimmen ohne Neo wird (ein Vorteil für uns). Es gab zwei Wechselzonen: eine am Fluss mit den Rädern und eine in der Innenstadt mit den Laufschuhen, welche ca. zehn Minuten voneinander entfernt waren. Nach dem Aufwärmen war es dann (endlich?) so weit: wir befanden uns in der sog. Startbox und die Musik machte einen noch aufgeregter als man ohnehin schon war. Dann hieß es: „Und jetzt alle ins Wasser“. Der Kampf um die Positionen begann schon vor dem eigentlichen Start und ich positionierte mich wie abgesprochen in der Mitte der Startlinie. Der Schuss fiel und ich kam die ersten 50 Meter super weg, bis dann die rechte Hälfte des Feldes nach links zu mir und Nidia rüber schwamm, um den kürzesten Weg zu nehmen. Nidia war schon weiter vorne und so wurde ich etwas überschwommen und hatte mit einem Mal keinen Überblick mehr über das Feld. Normalerweise weiß ich immer genau, wer wo ist und neben mir schwimmt, so dass mich das doch etwas irritierte und es mir so vorkam, als sei ich ganz hinten. Die Wende erwischte ich gut und konnte dort meine Position etwas verbessern. Irgendwann beim Hochschauen sah ich dann Beekes Arm und wusste, dass ich also doch nicht hinten sein konnte. Jonathan schrie mir beim Ausstieg noch zu, dass, wenn ich schnell wechsle, ich die zweite Radgruppe mit Beeke noch bekomme. Gesagt, getan und ich schaffte mit einem der schnellsten Wechsel den Sprung in die Gruppe. Nidia war, dank gewohnt starkem Schwimmen, derweil in der ersten Radgruppe, in die auch Lena im Alleingang aufschloss. Unsere Gruppe hatte einen Rückstand von knapp einer Minute, doch wir holten bis zur zweiten Runde 40 Sekunden auf. Beeke und ich fuhren so wie abgesprochen immer zwischen der ersten und vierten Position in der Gruppe. Die ersten beiden Runden waren hart, aber haben wirklich Spaß gemacht und wir konnten am Wendepunkt auch erkennen, dass wir aufholten. Was wir nicht ahnten: Leonie Konczalla aus Witten kam von hinten angebraust, setzte sich vorne in unsere Gruppe rein und hob den Schnitt mal so eben um drei km/h an. In meinen Gedanken versuchte ich mir, Mut zuzusprechen, dass ich das schaffe und konnte so auch die dritte Runde noch gut mitfahren. Leider machte dann Eingangs der letzten Runde eine andere Athletin eine Lücke in einer Kurve im ersten Anstieg auf und ich musste die Gruppe ziehen lassen. Schön ist das nicht, aber Aufgeben geht nicht. Beeke fuhr weiterhin mit der Gruppe mit und diese schloss dann gegen Ende der letzten Runde auf die Führung auf. So gingen Lena, Nidia und Beeke gleichzeitig auf die Strecke. Ich folgte wenig später und versuchte, das Radfahren abzuhaken. Zum Glück liefen die drei vorne alle gut, denn bei mir ging schlichtweg nichts mehr. Wir wurden wahrscheinlich noch nie so stark angefeuert wie an diesem Sonntag; Lici, Jonathan, Andrea, Franka und Fabian + Familie, die Twins, der halbe TVN-Kader (vor allem Anne) und BuLi-Männerteams schrien uns von verschiedenen Punkten an. Lena wurde am Ende 13., Nidia 16. und Beeke 21. Ich kam als 30. ins Ziel und durfte erstmals Bekanntschaft mit den netten Sanitätern machen. Nach dem mein Kreislauf wieder normal war, kam die Enttäuschung über das Rennen, bei der erstmal auch keine aufbauenden Worte von den anderen halfen. Was aber die Laune heiterte: wieder ein überragender fünfter Platz in der Tageswertung! Somit halten wir unseren sechsten Tabellenplatz als stärkste Aufsteiger. Ein Eis durfte natürlich auch nicht fehlen vor der drei- bis vierstündigen Rückfahrt. Alles in allem war es wieder ein sehr gelungener Wettkampf für uns und wir sind noch motivierter, die zweite Saisonhälfte anzugreifen.

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